Leopold Göber

Eisenbahner. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1895    † 1943

 

Lebenslauf

Leopold Göber wurde am 4.9.1895 in Absdorf (Niederösterreich) geboren. Er arbeitete als Eisenbahner. Er war Mitglied der sozialistischen Arbeiterjugend. 1919 trat er der KPÖ bei. Ab 1938 arbeitete Leopold Göber als Dreher für das Reichsbahnausbesserungswerk St. Pölten.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 3. 11. 1941 wurde Leopold Göber verhaftet und am 29. 10. 1942 zum Tode verurteilt. Am 28.1.1943 wurde Leopold Göber im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte wurde im Herbst 1940 von Großauer erneut zur Tätigkeit in der KPÖ herangezogen und zahlte vom November 1940 bis August 1941 Beiträge (…) Nach der Verhaftung von Großauer führte er das bei ihm zusammenkommende Geld in Höhe von 10. – bis 20. – RM an den ihm zu diesem Zweck bekannt gemachten Mitangeklagten [Anton] Kerschner ab. (…) Die Strafe gegen Göber ist gemäß § 73 StGB aus § 91b StGB zu entnehmen, da durch diese Bestimmung von den durch den Angeklagten verletzten Strafgesetzen die schwerste Strafe angedroht ist, nämlich nur die Todesstrafe oder lebenslanges Zuchthaus. Die Voraussetzungen des 2. Absatzes des § 91b StGB, der eine zeitige Zuchthausstrafe zulässt, liegen nicht vor. Denn es kann keine Rede davon sein, dass durch die Tat des Angeklagten schwerere Folgen für das Reich nicht hätten entstehen können. (…) Durch diese volksfeindliche und vaterlandslose Haltung hat er das Recht verwirkt, weiterhin in der deutschen Volksgemeinschaft zu leben.“

Mahnmal, Benennung einer Verkehrsfläche nach Leopold Göber

Sein Name steht am Mahnmal am Hauptfriedhof St. Pölten. Eine Verkehrsfläche in St. Pölten ist nach ihm benannt (Göbergasse).

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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